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Münz- und Geldgeschichte von Hessen – ein exemplarisches Werk mit Mehrwert

von Ursula Kampmann

7. März 2013 – Niklot Klüßendorf, der große Kenner der hessischen Numismatik, zeigt in seinem neuen Buch, was alles zu einer Münz- und Geldgeschichte gehört. Am Beispiel Hessen rollt er die gesamte Geldgeschichte Deutschlands auf.

Niklot Klüßendorf, Kleine Münz- und Geldgeschichte von Hessen in Mittelalter und Neuzeit. Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen Bd. 18,2. Historische Kommission für Hessen, Marburg, 2012. 199 S. mit Schwarz-Weiß-Abbildungen. Hardcover, Fadenbindung, 24,1 x 16,3 cm. ISBN 978-3-942225-16-8. Preis: 20 Euro.

Niklot Klüßendorf, Kleine Münz- und Geldgeschichte von Hessen in Mittelalter und Neuzeit. Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen Bd. 18,2. Historische Kommission für Hessen, Marburg, 2012. 199 S. mit Schwarz-Weiß-Abbildungen. Hardcover, Fadenbindung, 24,1 x 16,3 cm. ISBN 978-3-942225-16-8. Preis: 20 Euro.

Captatio Benevolentiae, nur so kann man den Titel des neuesten Werks aus der Feder von Niklot Klüßendorf nennen. Denn „klein“ ist an der „Kleinen Münz- und Geldgeschichte von Hessen in Mittelalter und Neuzeit“ nichts, im Gegenteil. Auf 166 Seiten gibt der Autor eine Zusammenfassung der Geldgeschichte des Deutschen Reichs, natürlich immer auf das Beispiel Hessen konzentriert.

Entstanden ist diese verdienstvolle Arbeit übrigens nicht als Monographie, sondern als Beitrag zu einem geplanten Handbuch der Hessischen Geschichte, das das Schicksal vieler (zu) groß angelegter Projekte erlitt. Ein Teil der verpflichteten Autoren lieferte seine Beiträge nicht rechtzeitig, so dass die Artikel der pünktlichen Kollegen langsam ihre wissenschaftliche Aktualität verloren, während auf die anderen gewartet wurde. Niklot Klüßendorf, Jahrgang 1944, war es ein Anliegen, sein zum ersten Mal 1997 abgeschlossenes Manuskript, das er mittlerweile mehrfach überarbeitet hatte, nach sechzehn Jahren endlich zu publizieren, und seine Leserschaft wird ihm diese Entscheidung sicher danken.

Denn auch wenn das Buch kein Katalog im herkömmlichen Sinn ist, hat der Autor etwas sehr Wertvolles vorgelegt, eine exemplarische Münz- und Geldgeschichte, an der am Beispiel Hessens die numismatischen Verhältnisse Deutschlands studiert werden können. So sollte das Werk auch nicht nur von denen gekauft werden, die sich für Hessen interessieren. Der Einfluss der italienischen Goldprägungen auf den deutschen Raum, die Veränderungen durch die Großsilbermünze des Guldiners oder die Kipper- und Wipperzeit, das alles sind ja Erscheinungen, die sich überall finden.

Das Buch spannt seinen zeitlichen Rahmen von der Karolingerzeit bis zur Gegenwart. Schwerpunkte? Eigentlich keine. Niklot Klüßendorf ist dafür bekannt, dass er die gesamte Bandbreite der Numismatik beherrscht, nicht nur Mittelalter oder frühe Neuzeit, sondern genauso das 19. und das 20. Jahrhundert.
Was noch bemerkenswerter ist, der Autor benutzt völlig gleichwertig nebeneinander archivalische Quellen, Münzen und Banknoten sowie Hortfunde. Aus vielen kleinen Details erwächst ein Überblick, den man sonst in vielen Büchern so vermisst. Jeder Leser, gleichgültig aus welchem Zusammenhang er kommt, kann viel aus dieser Zusammenstellung mitnehmen. Deshalb sei der Kauf des Buches allen empfohlen, auch wenn darin keine Wertangaben und Auflistungen vorkommen.

Das Buch finden Sie auf der Seite der Historischen Kommission für Hessen.

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