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Merseburg: Ein neues Corpus aus der Feder von Manfred Mehl

von Ursula Kampmann

18. Juni 2015 – Manfred Mehl hat wieder einmal ein neues, vorbildliches Corpus vorgelegt, das alles vereint, was es im Bereich der Numismatik auszuwerten gilt: Das Material, die Archivalien und die Hortfunde. Thema ist dieses Mal Merseburg, jene bedeutende Domstadt an der Saale, die bereits im 10. Jahrhundert zur Königspfalz erhoben wurde. Im Jahr 980 verlieh ihr Otto II. erstmals das Münzrecht, doch die ersten gesicherten Prägungen stammen erst aus den Jahren zwischen 1009 und 1018. Prächtige Brakteaten entstanden in Merseburg, ehe um 1300 die Prägung erst einmal eingestellt wurde. Doch auch danach nutzte Merseburg immer wieder sein Prägerecht, so für die Hohlpfennige des 14. Jahrhunderts, und – wie viele andere, die noch ein lange vergessenes Münzrecht in der Schublade hatten – während der Kipper- und Wipperzeit.

Manfred Mehl, Die Münzen und Medaillen von Merseburg von den Anfängen bis 1738. Verlag Manfred Mehl, Hamburg, 2015. 250 S. mit Abbildungen in Schwarz-Weiß und Farbe. 21,8 x 30,3 cm. Hardcover. ISBN: 978-3-933420-04-0. 50 Euro.

Manfred Mehl, Die Münzen und Medaillen von Merseburg von den Anfängen bis 1738. Verlag Manfred Mehl, Hamburg, 2015. 250 S. mit Abbildungen in Schwarz-Weiß und Farbe. 21,8 x 30,3 cm. Hardcover. ISBN: 978-3-933420-04-0. 50 Euro.

Manfred Mehl legt nun dieses Material in der gebührenden Ausführlichkeit vor. Er hat einen Typenkatalog geschaffen, optimal um damit Münzen zu bestimmen. Aber sein Buch ist wesentlich mehr.

Es beginnt mit der Forschungsgeschichte, um dann die Geschichte des Bistums Merseburg zu erzählen. Weit hinaus über das, was das ausführlichste Internet-Lexikon bieten kann, arbeitet Manfred Mehl mit den Primärquellen und der relevanten Literatur. Es folgt eine Zusammenstellung aller Münzfunde im Merseburger Land sowie einem Exkurs zum Merseburger Rechnungswesen. Der ist sehr heilsam für all diejenigen, die das Pfund immer noch für eine Gewichtseinheit und die Mark für ein Nominal halten. Diese Aufstellung gibt wesentlich besser als jede Hortauflistung einen Einblick, mit was man in Merseburg seine Rechnungen bezahlte. Dieses Kapitel zeigt mustergültig, wie viel historisches Wissen noch in den Archiven verborgen ist.

Es folgt das Kernstück des Buchs. Der Katalog der Merseburger Münzprägung im Mittelalter. Nach einer Zusammenfassung zur Münzprägung und einer Zusammenstellung aller Horte mit Merseburger Münzen kommt der Katalog, geordnet nach Bischöfen. Jedem – auch denen, unter denen nicht geprägt wurde – ist eine Biographie vorangestellt. Es folgen die unter dem jeweiligen Bischof geprägten Münzen mit Foto, falls notwendig inklusive einer Umzeichnung, dazu eine ausführliche Beschreibung, eine Auflistung, in welchen Funden das Stück nachgewiesen werden konnte, sowie einer Aufstellung, in welchen Sammlungen der Münztyp zu finden ist.
Ein eigenes Kapitel beschäftigt sich mit den unsicheren und fragwürdigen Münzzuweisungen an Merseburg.

Hier hätte der Autor sein Buch enden lassen können; hätte, wenn der Autor nicht Manfred Mehl hieße. Der sammelte weiter und erzählt nun die vielen anderen spannenden Geschichten, die sich um Merseburg und Münzen drehen. Da folgen wir zunächst dem Merseburger Stiftsschatz, der im Jahr 1547 von Moritz von Sachsen zu Belagerungsmünzen verprägt wurde. Dann lesen wir den Bericht über die dunklen Geschäfte des Stiftshauptmanns Nikolaus von Loß, der 1621/22 kräftig an der Kipper- und Wippermünzerei mitverdiente. Auch zu diesen Prägungen gibt es einen Typenkatalog.

Der dritte und letzte Katalog ist den Medaillen und Schaumünzen des Herzogshauses von Sachsen-Merseburg gewidmet. Und damit endet das Werk immer noch nicht. Es folgen als Anlagen die wichtigsten Urkunden zur Merseburger Münzprägung, in der Originalsprache Latein und in Übersetzung, ehe der wissenschaftliche Apparat mit Literaturverzeichnis das Buch abschließt.

Manfred Mehl hat einmal mehr mustergültig durchexerziert, wie die Quellen einzusetzen und zu nutzen sind, um das Optimum an wissenschaftlicher Aussage zu erzielen. Mit seinem ungeheuren Fleiß hat der Autor alles gesammelt und ausgewertet. Merseburg ist erledigt. Wir haben nun für die nächsten Generationen das Standardwerk. Man wünscht sich mehr Bücher wie dieses, und tatsächlich sitzt der Unermüdliche schon wieder an der Arbeit, um noch ein Corpus zu schreiben. Bei Manfred Mehl ist nach dem Buch eben immer vor dem Buch.

Für die Leser der MünzenWoche, die das Buch zu Merseburg bei ihm bestellen, bietet der Autor zusätzlich ein Bücherpaket zum Sonderpreis an.

Folgende Bücher sind in dem Paket enthalten:

  • Quedlinburg (Originalpreis 96 Euro)
  • Magdeburg, 2 Bände (Originalpreis 108 Euro)
  • Hildesheim, Teil II (Originalpreis 86 Euro)


Alle zusammen im Paket für die Leser der MünzenWoche nur 100 Euro zuzüglich Porto und Verpackung.

Sollten Sie dieses Angebot wahrnehmen wollen, kontaktieren Sie den Autor per E-Mail oder per Telefon unter 040 / 53 62 093.

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