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Geschichte des Bergbaus in Freiberg

von Björn Schöpe

16. Oktober 2014 – In Freiberg liegt eine der ältesten bergbautechnischen Hochschulen, die Bergakademie. Über Jahrhunderte diente das vor Ort gewonnene Silber zur Münzprägung. Es ist daher nur naheliegend, dass der Verein Freiberger Münzfreunde e.V. Numismatik und Bergbau bei seinen Aktivitäten verbindet.
Das Vereinsorgan sind die Freiberger Münzblätter, die nicht nur über die Vereinsaktivitäten informieren, sondern auch Aufsätze zur Numismatik bieten, deren Themen über den Ort hinausweisen. Daneben machen die Freiberger aber auch immer wieder mit Sonderausgaben in Buchform auf sich aufmerksam. Heute wollen wir eine Auswahl der letzten Veröffentlichungen vorstellen.

Lothar Schumacher, Bergbaugepräge III. 3. Band der annotierten Bibliographie. (Freiberger Münzblätter. Sonderausgabe 8/2013). Freiberg, Eigenverlag, 2013. 20,5 x 14,6 cm, 360 S. Abbildungen in Schwarz-Weiß. Paperback. Preis: 16,50 Euro zzgl. Versandkosten.

Lothar Schumacher, Bergbaugepräge III. 3. Band der annotierten Bibliographie. (Freiberger Münzblätter. Sonderausgabe 8/2013). Freiberg, Eigenverlag, 2013. 20,5 x 14,6 cm, 360 S. Abbildungen in Schwarz-Weiß. Paperback. Preis: 16,50 Euro zzgl. Versandkosten.

Als Sonderausgabe 8/2013 ist der Band „Bergbaugepräge III. Annotierte Bibliographie“ erschienen. Numismatiker, die sich für Bergbau interessieren, werden bereits die beiden früheren Bände kennen. Es handelt sich bei diesen Bibliographien um Verzeichnisse von Büchern und Aufsätzen zu Münzen und Medaillen, die durch ihre Motive oder Inschriften mit dem Bergbau verbunden sind. Allerdings folgt die thematische Eingrenzung dem Bundesbergbaugesetz von 1980, wie Lothar Schumacher, der Herausgeber, in seinem Vorwort erläutert. Da sich dieses Gesetz auch für die Goldwäscherei zuständig erklärt, erfasst die Bibliographie neben Bergbaugeprägen im engeren Sinn auch Flussgoldgepräge.
Die thematischen Abschnitte zeigen, dass zudem die Beschränkung auf Münzen und Medaillen bei weitem überschritten wird. Jetons, Bergwerksmarken, Bergbaurepliken und „nicht münzähnliche Bergbaugepräge“ (aus Kohle, Leder oder Porzellan, sowie Orden, Gusstafeln und anderes mehr) wurden aufgenommen. Doch was findet der Leser nun zu diesen Themen?
Es handelt sich um eine „annotierte Bibliographie“. Was so bescheiden daherkommt, ist tatsächlich das Ergebnis eines immensen Fleißes und wird jedem Numismatiker eine Menge Recherchearbeit abnehmen. Im besten Fall erspart sich der Leser dank Zusammenfassungen und ausführlicher Zitate (darunter auch Tabellen und detaillierte Statistiken), das gewünschte Buch oder den Aufsatz in einer Spezialbibliothek zu suchen. Außerdem sind den Texten Illustrationen und Abbildungen (bisweilen ebenfalls aus den Originalausgaben) beigegeben.
Die Bibliographie ist nach Zeitphasen („erste Hälfte des 18. Jahrhunderts“) geordnet, in diesen jeweils alphabetisch nach dem Namen der Autoren. Ein eigener Abschnitt ist den äußerst fruchtbaren Recherchen des Herausgebers gewidmet, ein anderer Auktionskatalogen; Personen- und Ortsregister helfen bei gezielten Suchen. Kurzum: ein beeindruckendes Werk, das allen mit der Thematik Beschäftigten wertvolle Dienste leisten wird.

Lothar Schumacher (Hrsg.), Johann Gottlieb Bidermann, Von Bergwercks-Münzen und weiteren numismatischen Schriften. (Freiberger Münzblätter. Sonderausgabe 9/2014). Freiberg, Eigenverlag, 2014. 20,5 x 14,6 cm, 287 S. Abbildungen in Schwarz-Weiß und Farbe. Paperback. Preis: 16,50 Euro zzgl. Versandkosten.

Lothar Schumacher (Hrsg.), Johann Gottlieb Bidermann, Von Bergwercks-Münzen und weiteren numismatischen Schriften. (Freiberger Münzblätter. Sonderausgabe 9/2014). Freiberg, Eigenverlag, 2014. 20,5 x 14,6 cm, 287 S. Abbildungen in Schwarz-Weiß und Farbe. Paperback. Preis: 16,50 Euro zzgl. Versandkosten.

Eine zweite Sonderausgabe ist einem der frühesten Autoren in der „Bibliographie“ gewidmet: Johann Gottlieb Bidermann. Bidermann wirkte Mitte des 18. Jahrhunderts als Direktor des Freiberger Scholl-Gymnasiums und legte zahlreiche numismatische Abhandlungen vor. Seine numismatischen Schriften versammelt dieser Band als Reprint. Die Qualität der Holzschnitte von Münzen, die in Bidermanns Publikationen abgedruckt waren, zeigt übrigens eine Gegenüberstellung mit Fotografien der Originale.
Bidermanns erste Schrift über Freiberger Münzen ist noch in Latein abgefasst. Besonders die Leser, die kein Studium der Klassischen Philologie absolviert haben, werden dankbar sein für die deutsche Übersetzung (die allerdings die abschließenden Dankesworte unterschlägt), sowie für das „Abstrakt“ (eine wohl etwas unglückliche Rückübersetzung des englischen „Abstract“: Zusammenfassung) zweier weiterer Schriften in Latein. Die übrigen Texte sind in deutsch verfasst und stehen nun endlich interessierten Lesern zur Verfügung (so sie die gotische Schrift lesen können). Ob Bidermann Münzen sammelte, ist übrigens unbekannt. Immerhin versteigerte er einmal einen Teil seiner Bibliothek und erstellte als Kommissionsmitglied Kataloge für Münzauktionen. Diese Kataloge runden den Band ab.

Freiberger Münzblätter. Heft 23/2014. Freiberg, Eigenverlag, 2013. 20,5 x 14,6 cm, 72 S. Abbildungen in Schwarz-Weiß und Farbe. Paperback. Preis: 4 Euro zzgl. Versandkosten.

Freiberger Münzblätter. Heft 23/2014. Freiberg, Eigenverlag, 2013. 20,5 x 14,6 cm, 72 S. Abbildungen in Schwarz-Weiß und Farbe. Paperback. Preis: 4 Euro zzgl. Versandkosten.

Wer sich nun noch für detailliertere Probleme interessiert wie die sächsischen Löwenpfennige oder die Hintergründe der Freiberger Münzprägung Anfang des 16. Jahrhunderts, dem sei Heft 23/2014 der Freiberger Münzblätter ans Herz gelegt. Auch über den Arbeitskreis Sächsische Münzkunde und die Sächsische Numismatische Gesellschaft e.V. gibt die Reihe Auskunft.

Zu beziehen sind alle Veröffentlichungen über die Redaktion:
Hans Friebe, Tschaikowskistraße 85, 09599 Freiberg /Sa.
Oder einfach via E-Mail.

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