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Böses Geld, schlechtes Geld, falsches Geld – spannendes Geld!

von Björn Schöpe

12. November 2015 – Niemand möchte gefälschtes Geld in der Tasche haben, aber für Numismatiker ist das Gebiet der Fälschungen ein lehrreiches Feld. Das beweist ein neues Buch, der Tagungsband zum 12. Deutschen und 50. Süddeutschen Münzsammlertreffen 2015 in Speyer, herausgegeben von der Numismatischen Gesellschaft Speyer.

Rainer Albert (Hrsg.), Böses Geld, schlechtes Geld, falsches Geld. Tagungsband zum 12. Deutschen und 50. Süddeutschen Münzsammlertreffen 2015 in Speyer. Speyer, Numismatische Gesellschaft Speyer e.V., 2015. 218 S. mit zahlreichen Abbildungen in Farbe und Schwarz-Weiß. Paperback. 14,8 x 21 cm. ISSN: 0938-7269. 19,50 Euro.

Rainer Albert (Hrsg.), Böses Geld, schlechtes Geld, falsches Geld. Tagungsband zum 12. Deutschen und 50. Süddeutschen Münzsammlertreffen 2015 in Speyer. Speyer, Numismatische Gesellschaft Speyer e.V., 2015. 218 S. mit zahlreichen Abbildungen in Farbe und Schwarz-Weiß. Paperback. 14,8 x 21 cm. ISSN: 0938-7269. 19,50 Euro.

Alexander Ruske eröffnet den Band mit einem Überblick über verschiedene Formen von Geld, das nicht den offiziellen Vorgaben entspricht. Dies muss nicht unbedingt Falschgeld sein, das von privaten Fälschern in Umlauf gebracht wurde. Auch die ausgebenden Staaten selbst pflegten immer wieder den Feingehalt des Edelmetalls herabzusetzen oder entwickelten andere Instrumente, mit denen sie Geld sparten und die Bürger täuschten.

Der Bogen, den die folgenden Beiträge spannen, reicht von der römischen Antike bis in die heutige Zeit. Hier können wir nur auf eine Auswahl hinweisen. Die Leser erfahren beispielsweise vom antiken Subärat (Rainer Pudill). Diese vermeintlichen Silbermünzen bestanden tatsächlich aus einem unedlen Metallkern mit dünnem Silberüberzug.

Gleich zwei Aufsätze beleuchten die Kipper- und Wipperzeit im 17. Jahrhundert. Damals kursierten viele minderwertige Münzen, die bewusst von Prägeherren ausgegeben wurden, um ihre eigene Kasse zu sanieren. Einer der Münzentypen war der sogenannte Hirschgulden in Württemberg (Matthias Ohm). Doch auch in Hessen beteiligten sich Prägeherren an dem Geschäft. Um unerkannt zu bleiben – schließlich war das Ausgeben solch minderwertiger Münzen illegal –, verschleierten sie ihren Namen durch eine Unzahl von Abkürzungen und wenig bekannten Nebenwappen (Barbara Simon).

Neben dem Geld selbst widmen sich mehrere Beiträge der Rezeption des Geldes, so zum Beispiel in der Literatur des 20. Jahrhunderts (Bernd Sprenger). Der abschließende Artikel untersucht „Medaillen als Seismographen auf die Währungsunion von 1990“ (Wolfgang Steguweit).

Der Tagungsband zeigt den Facettenreichtum des Themas. Die meisten Aufsätze beleuchten Detailprobleme, gleichzeitig erhalten die Leser aber auch einen Gesamtüberblick. Das Buch macht so neugierig auf mehr. Vielleicht wird manch ein Leser bei künftigen Veranstaltungen hellhöriger, wenn böses, schlechtes oder falsches Geld auf der Tagesordnung steht.

Zu beziehen ist der Band über die Numismatische Gesellschaft Speyer.

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