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Ausstellung in Xanten zeigt „Wasser für Roms Städte – Vom Römerkanal zum Aquäduktmarmor“

18. Februar 2016 – Kilometerlange Wasserleitungen mit Brücken von bis zu 50 Meter Höhe beeindrucken wegen ihrer technischen Perfektion und Ästhetik auch nach fast zwei Jahrtausenden. Derart kühn haben die antiken Baumeister selbst tief eingeschnittene Täler überwunden, dass es scheint, als hätten sie mit ihren Halbkreisbögen die Gesetze der Schwerkraft aushebeln wollen. Diese Bauwerke, aber auch die dem Auge verborgenen Tunnel und Druckleitungen sind eine Demonstration antiker Ingenieurskunst und Machtwillens. Sie stehen im Mittelpunkt der Sonderausstellung „Wasser für Roms Städte – Vom Römerkanal zum Aquäduktmarmor“, die bis zum 5. Juni 2016 im LVR-RömerMuseum Xanten zu sehen ist.

Pont du Gard, Südfrankreich. Foto: Klaus Grewe.

Pont du Gard, Südfrankreich. Foto: Klaus Grewe.

Neben all der bautechnischen Raffinesse beeindruckt nicht zuletzt die Funktionstüchtigkeit, mit der die antiken Ingenieurbauten die Bevölkerung über Jahrhunderte mit qualitätvollem Trinkwasser versorgten. Mit einer Versorgungsmenge von 20 Millionen Liter pro Tag stand beispielsweise den Einwohnern des römischen Köln pro Kopf zehnmal mehr Trinkwasser zur Verfügung als den heutigen Kölnerinnen und Kölnern.

Aquädukt von Incekemer, Türkei. Foto: Klaus Grewe.

Aquädukt von Incekemer, Türkei. Foto: Klaus Grewe.

Obwohl aus der Antike keine Baupläne und Beschreibungen bekannt sind, ist es den Fachleuten unserer Tage in einigen Fällen gelungen, die in den Bauwerken steckenden Ingenieursleistungen nachzuvollziehen. So konnte die Einteilung der Fernleitungstrassen in kurze Baulose inzwischen archäologisch belegt werden, und dank der Rekonstruktion römischer Vermessungsinstrumente konnten die Methoden der mit unglaublicher Genauigkeit durchgeführten Gefälleabsteckungen ermittelt werden.

Aquädukt von Alinda, Türkei. Foto: Klaus Grewe.

Aquädukt von Alinda, Türkei. Foto: Klaus Grewe.

Im Zentrum der Ausstellung stehen der römische Aquäduktbau, aber auch die nachantike Nutzung der Bauwerke. Ausgewählte Originalfunde und großartige Fotos und Modelle faszinieren mit neuen Erkenntnissen zu Planung und Vermessung, zu Wassergewinnung, Aquäduktbrücken und –tunneln. Nachbildungen römischer Vermessungsinstrumente veranschaulichen die erstaunliche Präzision, mit der die römischen Ingenieure das Wasser in die Städte brachten.

Initiator der Ausstellung ist Prof. Klaus Grewe, der jahrzehntelang beim LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland als Vermessungsingenieur tätig war und intensiv die Eifelwasserleitung und andere Aquädukte erforscht hat. Aus seiner Feder stammt auch der 400-seitige Begleitband zur Ausstellung mit dem Titel „Aquädukte – Wasser für Roms Städte“, erhältlich im Museumsshop und im Buchhandel.

Die Sonderausstellung „Wasser für Roms Städte – Vom Römerkanal zum Aquäduktmarmor“ ist bis zum 5. Juni 2016 zu sehen im LVR-Archäologischer Park Xanten, Am Rheintor, 46509 Xanten. 

Hier kommen Sie zum Archäologischen Park Xanten und zum LVR-RömerMuseum.

Viele Informationen zur antiken Wasserversorgung finden Sie auch auf hier.

75 römische Aquädukte werden auf dieser englischsprachigen Seite vorgestellt.


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