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Antike Münzen sammeln

von Ursula Kampmann

8. Dezember 2016 – Griechen, Römer, Byzantiner. Die Grenzen sind scharf, nicht etwa wenn es um die zeitliche Abgrenzung geht, sondern wenn wir es mit numismatischer Literatur zu tun haben. Wer sich über das ganze Gebiet informieren will, ist auf Bücher zurückgeworfen, die entweder seit Jahren vergriffen sind oder sich eher mit geldgeschichtlichen Hintergründen beschäftigen als mit der Münze selbst. Florian Haymann hat es nun unternommen, auf 163 S. eine praktische Einführung in die antike Numismatik zu schreiben, dabei Hinweise für den Sammler zu geben und ihm einige preisliche Anhaltspunkte an die Hand zu geben. Kurz er hat die Quadratur des Kreises versucht, und sich dabei gar nicht so schlecht geschlagen.

Florian Haymann, Antike Münzen sammeln. Einführung in die griechische und römische Numismatik, Exkurse zu Kelten und Byzantinern. Gietl Verlag, Regenstauf 2016. 176 S., durchgehend farbig illustriert. 17,4 x 24,6 cm. Hardcover. ISBN 978-3-86646-132-1. 29,90 Euro.

Florian Haymann, Antike Münzen sammeln. Einführung in die griechische und römische Numismatik, Exkurse zu Kelten und Byzantinern. Gietl Verlag, Regenstauf 2016. 176 S., durchgehend farbig illustriert. 17,4 x 24,6 cm. Hardcover. ISBN 978-3-86646-132-1. 29,90 Euro.

Aber von Anfang an. Florian Haymann verbindet vieles, was mit Münzen zu tun hat, in seiner Person. Mit 10 Jahren begann er, zu sammeln. Er promovierte zu einem numismatischen Thema und unterrichtete an der Uni Freiburg. Dazu arbeitete er einige Jahre am Münzkabinett von Dresden, ehe er sich 2014 für den Münzhandel entschied.
So ein Lebenslauf ist geradezu die ideale Voraussetzung für den Autor einer Einführung ins Sammeln von antiken Münzen. Florian Haymann kennt alle Bereiche der Numismatik und bringt gleichzeitig den wissenschaftlichen Hintergrund mit, um eine Geldgeschichte auf modernstem Standard zu schreiben. Und er hatte eine blendende Idee, wie er gleichzeitig eine Geldgeschichte mit Illustrationen bieten kann, ohne ganz auf Preisangaben zu verzichten.

Das Buch ist nämlich zweigeteilt – nicht hinsichtlich des Inhalts oder der Kapitel, sondern hinsichtlich der Seiten. Unten findet der Leser die Geldgeschichte, oben die Illustrationen, und die sind mit Preisen versehen! Ein ausgezeichneter Weg, keinen Preiskatalog zu schreiben und dennoch dem Nutzer die Möglichkeit zu bieten, sich eine Wertvorstellung zu bilden.

Der Schwerpunkt liegt auf den griechischen und römischen Münzen. Während den Griechen 37 Seiten gewidmet sind, schreibt Florian Haymann 46 Seiten über die Römer. 10 Seiten zu den Byzantinern und 8 Seiten über keltische Münzen, damit hat er wirklich die gesamte gängige antike Prägung abgedeckt.

Dazu gibt es eine umfangreiche Einleitung für Sammler, die sich unter anderem mit dem Wert, der Echtheit sowie technischen Aspekten der antiken Münze beschäftigt. Ein umfangreicher Informationsteil am Schluss hilft mit vertiefenden Informationen. Besonders sinnvoll – und hier merken wir, dass wir es mit einem Autor der jüngeren Generation zu tun haben – ist die umfangreiche Liste von Internet-Links, die gleichwertig und vor (!) der Bibliographie behandelt wird. Ein Glossar und ein durchdachter Index schließen das empfehlenswerte Buch ab, das der antiken Numismatik hoffentlich viele neue Freunde bringen wird.

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