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25 Jahre Trierer Goldschatzes

16. August 2018 – Am 9. September 2018 jährt sich die spektakuläre Auffindung des Trierer Goldschatzes zum 25. Mal. Anlässlich des Fundjubiläums lädt das Museum alle Interessierten ein, sich an diesem Tag bei freiem Eintritt dieses atemberaubende Zeugnis der Antike anzusehen.

Der größte erhaltene römische Goldmünzenschatz der Welt. Foto: GDKE – Rheinisches Landesmuseum Trier, Th. Zühmer.

Der größte erhaltene römische Goldmünzenschatz der Welt. Foto: GDKE – Rheinisches Landesmuseum Trier, Th. Zühmer.

Bei archäologischen Untersuchungen im Rahmen eines Bauprojekts im Jahre 1993 legten Archäologen des Rheinischen Landesmuseums Trier auf dem Gelände des Mutterhauses der Borromäerinnen ein Kellersystem aus dem 2. bis 4. Jahrhunderts n. Chr. frei. Bei zusätzlichen Grabungen riss die Baggerschaufel unbemerkt ein mit Goldmünzen gefülltes Bronzegefäß auseinander. Die ausgehobene Erde mitsamt den Goldmünzen gelangte einerseits an den Rand der Baugrube, größtenteils jedoch auf das westliche Moselufer, wo sie zur Herrichtung eines Parkplatzes abgekippt wurde. 

Kurz darauf fanden Hobby-Archäologen an beiden Stellen die ersten Goldmünzen. Einer der Sucher fand den „Löwenanteil“ der Münzen und lieferte diese zusammen mit dem Unterteil des durchtrennten Bronzegefäßes im Landesmuseum ab. Auch andere Finder meldeten sich dort. So konnten etwa 96 % des Fundkomplexes zurückgewonnen werden. Der Verbleib der restlichen Münzen ist unbekannt. 

Blick in das Münzkabinett des Rheinischen Landesmuseums, Foto: GDKE – Rheinisches Landesmuseum Trier, Th. Zühmer.

Blick in das Münzkabinett des Rheinischen Landesmuseums, Foto: GDKE – Rheinisches Landesmuseum Trier, Th. Zühmer.

Der Trierer Goldschatz gab bei seiner wissenschaftlichen Bearbeitung zahlreiche Geheimnisse preis: Er stellt ein Vermögen dar, welches sorgsam und über einen längeren Zeitraum hinweg verwaltet und vergrößert wurde. Während eines Bürgerkrieges wurden die Goldmünzen schließlich um das Jahr 196 n. Chr. in einem Keller vergraben und gerieten danach in Vergessenheit. Vermutlich nahm der einstige Verwalter des Schatzes sein Wissen um das Versteck mit ins Grab. Der spektakuläre Fund umfasst 88 unpublizierte Münzen sowie etliche äußerst seltene Stücke. Zahlreiche Exemplare weisen zudem eingestempelte Zeichen und Ritzungen auf, mit denen die Besitzer die Echtheit ihrer Münzen markierten. 

Heute ist der Trierer Goldschatz im Münzkabinett des Rheinischen Landesmuseums zu bewundern und zählt zu den insgesamt über 210.000 Objekten der archäologischen Münzsammlung, die damit eine der größten Münzsammlungen Deutschlands darstellt. Die Besucherinnen und Besucher können in der ständigen Ausstellung des Museums um die 12.000 Münzen sehen sowie Wissenswertes zum Geldwesen und der Münzprägung erfahren. 

Besucherinnen und Besucher können sich am 9. September 2018 um 15 Uhr der kostenlosen Themenführung rund um den Trierer Goldschatz anschließen. Kinder haben die Möglichkeit, sich mit einer Rallye inklusive einer kleinen Überraschung auf Schatzsuche zu begeben oder eigene Münzen herzustellen.

Weitere Informationen zum Trierer Goldschatz und dem Jubiläum finden Sie auf der Seite des Landesmuseums.

Leider verstarb 2018 der Bearbeiter des Münzfundes Dr. Karl-Josef Gilles. Seinen Nachruf lesen Sie in der MünzenWoche.

Den Originaltext über einen Besuch bei Karl-Josef Gilles von 1998 im Trierer Münzkabinett veröffentlichen wir erneut anlässlich seines Todes.

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